Die schwere Zeit

Hier möchten wir euch beschreiben, warum wir uns für diesen ungewöhnlichen und schwierigen Weg entschieden haben....


Der 1. Versuch



Der erste positive Schwangerschaftstest am 20.09.2010.

Unser Leid begann im Jahr 2010. Im August wird Petra das erste Mal auf natürlichem Weg Schwanger. Zur unserer großen Überraschung sind es eineiige Zwillinge und wie sich später herausstellt zwei Mädchen.

 

Foto: Schwangerschaftwoche 15 mit den Zwillingen.

Während  einer Siegerehrung bei einem Radrennen hält Sascha Petra um deren Hand an.

Petra ist zu diesem Zeitpunkt im 6 Monat Schwanger.

Heiligabend alle sind fröhlich und guter Hoffnung.

Einen Tag vor Silvester bekam Petra bei der Arbeit eine leichte Blutung. Um sicher zu gehen, das alles in Ordnung ist, hat sie sich auf den Weg zu ihrer Frauenärztin gemacht. Diese stellte bei ihr eine Genitalinfektion fest. Außerdem hatte sich der Gebärmutterhals auf ca. 2 cm verkürzt. Eine sofortige Einweisung in ein Krankenhaus erfolgte. Dort angekommen wurde Petra eingehend untersucht. Den beiden Mädchen ging es zu dem Zeitpunkt wunderbar. Nach der Untersuchung bekam Petra Antibiotika gegen die Infektion und wurde mit strengster Bettruhe auf ein Zimmer verlegt. Im Laufe des Abends bekam Petra immer stärker werdende Unterleibsschmerzen. Bald stellte sich heraus, das die Schmerzen verfrühte Wehen waren und das bereits etwas Fruchtwasser auslief. In der Nacht stellte der Arzt fest, dass Petra einen Blasensprung hatte. Durch die Infektion ist die Hülle der Fruchtblase angegriffen worden und somit gerissen. Danach bekam sie Wehen hemmende Mittel, die leider nicht geholfen haben. Am frühen Morgen bei der nächsten Untersuchung teilte die Ärztin Petra mit, das man ein Mädchen schon im Muttermund sehen könnte. Sie riet ihr, ihren Mann anzurufen, da sie zu dem Zeitpunkt nicht einschätzen konnten wie lange es noch dauern könnte. Es war jetzt klar, dass beide Mädchen durch eine normale Geburt auf die Welt kommen würden. Als Sascha kurze Zeit später im Krankenhaus ankam, dauerte es nicht mehr lange und Petra brachte ihre beiden gesunden Mädchen lebendig in der Schwangerschaftswoche 22+3 an Silvester zur Welt.

Es hat Wochen gedauert bis uns bewusst geworden ist was eigentlich passiert war. Durch eine für uns so banale Sache wie eine Infektion unsere gesunden Kinder zu verlieren war fast nicht zu begreifen.

 

Es war sehr schwer nicht den Verstand zu verlieren, als der kleine Holzsarg, nicht größer als ein Schuhkarton, aus dem Leichenwagen geholt wurde....

 

>> EMMA & NELE für immer in unserem Herzen <<


Der 2. Versuch


Nach einem guten dreiviertel Jahr ist Petra erneut auf natürliche Weise schwanger geworden.

Auf unserer Hochzeit im August 2011 waren wir also schon zu dritt.

Bei einer Routineuntersuchung hat ihre Gynäkologin beim Ultraschall festgestellt, dass der Embryo Flüssigkeit im Bereich des Oberkörpers aufweist. Das Herz hatte in der 9. Schwangerschaftswoche aufgehört zu schlagen. Ein weiterer Schock für uns.

 


Der 3. Versuch


Petra erholte sich körperlich gut und wurde nach einem guten halben Jahr erneut auf natürliche Weise schwanger. Wie bei der letzten Schwangerschaft gab es auch dieses Mal bei einer Routineuntersuchung keine erfreulichen Nachrichten. Der Embryo hatte ca. in der 7. Schwangerschaftswoche aufgehört zu wachsen.


Der 4. Versuch


Die Frage nach dem "Warum" hat uns erneut stark beschäftigt. Aufgrund des Alters von Petra - damals 43 Jahre alt - nahmen wir an, das es daran liegen könnte. Das die Eizellen einfach zu alt sind, um eine gesunde Schwangerschaft zu erhalten. Was sollten wir tun?

Für eine Adoption egal ob in Deutschland oder im Ausland teilte man uns mit, das wir - sprich Petra - zu alt wären. 2013 wurden wir auf die Möglichkeit einer Eizellspende im Ausland aufmerksam gemacht. Da dieser Weg in Deutschland verboten ist, entschieden wir uns für eine anonyme Eizellspende in einer Klinik in Barcelona im März 2013.

Dort angekommen war zufälligerweise gerade die letzte Etappe der Katalonien Radrundfahrt, was für Sascha natürlich ein Highlight war. Und das Stadion des FC Barcelona muss man auch mal gesehen haben.

Am nächsten Tag erfolgte der Besuch in der Klinik und der Abschluss der Vertäge inkl. Sperma Abgabe. In Barcelona wird mit dem eingefrorenen Sperma gearbeitet. Die Eizelle wird nach den Merkmalen der Auftraggeber/späteren Eltern ausgewählt. Die Eizellspenderin und Petra müssen dann hormonell aufeinander abgestimmt werden, um den gleichen Zyklus zu bekommen. Nach dem Besuch in der Klinik hatten wir noch etwas Zeit Barcelona zu erkunden.


Im Juni 2013 flog Petra mit ihrem Vater, wir möchten an dieser Stelle der Familie für die große Hilfe und Unterstützung danken, nach Barcelona um den ersten Eizellen Transfer vornehmen zu lassen. Petra wurden dort zwei befruchtete Eizellen eingesetzt. Leider nistete sich keine dieser beiden Eizellen ein.


Im Oktober 2013 machte sich Petra erneut mit ihrem Vater auf nach Barcelona zu einem weiteren Eizellen Transfer. In der Klinik wurden ihr wieder zwei befruchtete Eizellen eingesetzt. Dieses Mal nistete sich die Eizelle ein, aber leider war auch dieser Versuch nicht von Erfolg gekrönt und wir verloren den Embryo in der 7. Woche.


Der 5. Versuch


Nach diesen erneuten Rückschlägen wollten wir immer noch nicht aufgeben. Es war für uns auch unvorstellbar, wieso gerade wir so ein Unglück haben und das in diesem Ausmaß.

 

Daher suchten wir nach Gründen die aufgrund gesundheitlicher Defizite entstehen könnten.

 

Bei Petra wurde ein Septum in der Gebärmutter festgestellt, dass dann in der Kinderwunschklinik erfolgreich entfernt wurde. Ein Septum ist ähnlich wie ein zusammengefallenes Zeltdach, dass nicht gut durchblutet wird. Wenn sich die befruchtete Eizelle dort einnistet kann es genau zu diesen frühen Abbrüchen kommen, wie in unserem Fall der Eizellspende aus Barcelona. Zudem haben wir noch eine Chromosom Analyse durchführen lassen, um auch diese Möglichkeit auszuschließen. Bei der Chromosomen Analyse war alles in Ordnung. Also wagten wir den nächsten Versuch.

Dieses Mal aber wollten wir die Eizellspende in Tschechien und zwar in Prag durchführen. Über das Kinderwunschzentrum, Ärzten und aus dem Internet hatten wir viel positives darüber gehört. Anfang Juli 2014 machten wir uns in einer zwei Tagesreise auf den Weg, um Verträge zu unterschreiben und die obligatorische Spermaabgabe durchzuführen. Auch in Prag arbeitet man mit eingefrorenem Sperma.

 


Bereits im September 2014 reiste Petra wieder mit ihrem Vater nach Prag. Nicht das ihr denkt, dass Sascha nie dabei sein wollte, aber beruflich war das für ihn nicht immer möglich an allen Termine teilzunehmen.

In Prag wurden Petra wieder zwei befruchtete Eizellen eingesetzt. Dieser Versuch war sofort erfolgreich, vielleicht hatte die Septumentfernung damit zu tun!?!

Jetzt waren wir mit Obraczek, so nannten wir den kleinen Wurm in Anlehnung an Prag, zu dritt.

Nach einer kurzen Euphorie kehrte sehr schnell die Angst zurück. Aufgrund der vielen Rückschlägen lebten wir jeden Tag in Angst.

 

Babybauch Sylvester 2014

Die Angst sollte sich leider bewahrheiten und wir verloren Emilia (Obraczek) am 21.01.2015 in der 21 SSW.

Da es sich wieder um eine Lebendgeburt handelte, mussten wir Emilia wieder beerdigen. Sie wurde in einer kleinen Holzkiste verbrannt und bei ihren Geschwisterchen Emma & Nele begraben.


Der 6. Finale Versuch


Nach diesen unzähligen physischen und psychischen Strapazen war endgültig klar. Wir werden keine "eigenen" Schwangerschaft mehr in Angriff nehmen. Ich wollte für Petra nicht mehr, dass Sie in ständiger Angst lebt. Zudem ihr Körper jedes Mal unter den Hormonen in den Schwangerschaften litt.

Ein anderer Weg musste her, den wir dann durch das Fernsehen und eine Freundin aufgezeigt bekamen. Dieser Weg sollte nun endlich den erwünschten Erfolg haben und wird in der "Operation Quappe" ausführlich beschrieben.